Wildblumenwiese oder Blumenrasen 

Echte Blumenwiesen bestehen aus mehrjährigen heimischen Wildblumen und Gräsern. Das heißt, es ist ein wenig Geduld gefragt, denn Blumenwiesen werden von Jahr zu Jahr schöner und artenreicher. Sie lieben einen sonnigen Standort und sollten möglichst wenig betreten werden.  

 

Nutzerfreundliche Alternative: Wer seine Wiesenfläche auch als Spielfläche oder Liegewiese nutzen möchte, sollte statt einer Blumenwiese einen artenreichen Blumenrasen anlegen. Blumenrasen sind vielfältige Lebensräume, die den Artenreichtum einer Blumenwiese mit der Trittfestigkeit eines artenarmen Zierrasens vereinen. Bestehende Zierrasen, auf denen das „Unkraut“ nicht bekämpft wird und in deren Umgebung blühende Wildblumen wachsen, können sich zu artenreichen Blumenrasen entwickeln. Blumenrasen und Blumenwiese können auch gut kombiniert werden. 

Material

Blumenwiesen-Saatgutmischung oder Blumenkräuterrasen-Saatgutmischung. Menge je nach Fläche. Wichtig: Die Mischungen sollten aus echten, möglichst standortheimischen Wildpflanzen bestehen. Achten Sie also auf die genaue Auflistung der Arten, die in der Mischung enthalten sind. 

Anleitung Schritt für Schritt

Blumenrasen und Blumenwiese – zwei Varianten 

Wir stellen Ihnen zwei Varianten vor – eine einfache Variante für einen Blumenrasen, bei der Sie den bestehenden Rasen nutzen können und nicht entfernen müssen. Wer einen Schritt weiter gehen möchte, kann mit der Profi-Variante eine Blumenwiese anlegen. Die beiden Varianten unterscheiden sich nur im ersten Schritt „Fläche vorbereiten“ und in der Pflege, da eine Wiese seltener betreten werden sollte.  

Standort: Sonnige Standorte sind ideal, denn viele Wildblumen lieben Sonne.  

Zeitpunkt: Die besten Ansaatzeiten sind von März bis Mai oder Ende August bis September, am besten dann, wenn anhaltend feuchte Witterung zu erwarten ist. 

Blumenrasen und Blumenwiese: Wer bereits einen Rasen hat und diesen nicht entfernen möchte, kann in einem (sonnigen) Teil des Rasens eine Wiesenblumenmischung einstreuen. Der bunte Bewuchs wird sich in den Folgejahren auch auf die Rasenflächen ausdehnen, die nicht gedüngt werden und wo blühende Wildkräuter nicht entfernt werden. 

Wer ein Stück richtige Wiese, einen Wiesenstreifen oder eine Wieseninsel möchte, folgt der Profi-Variante. Das Stück Wiese sollte möglichst wenig betreten werden und ist dafür umso farbenprächtiger.  

Fläche vorbereiten – die einfache Variante: Blumenrasen anlegen ohne Entfernung des Rasens  

Fläche vorbereiten: Dünnen Sie an der Stelle, wo Sie die Samen der Wiesenblumen einstreuen möchten, den bestehenden Grasbewuchs durch kräftiges Rechen aus und lassen Sie dieFläche abtrocknen. Anschließend lockern Sie mit einer Harke den Boden auf, so dass zwischen den Gräsern feinkrümelige Saatrillen entstehen, in die Sie die Wiesenblumenmischung einstreuen (siehe unten: Aussaat). Hinweis: Die Samen benötigen Licht zum Keimen. In einem intensiv gedüngten und sehr dichten Rasen funktioniert diese Methode daher nicht. 

Fläche vorbereiten – die Profi-Variante: Eine Blumenwiese als Wiesenstreifen oder -insel anlegen  

Eine Wiese kann auch als Saum, Wiesenstreifen oder Wieseninsel angelegt werden. Schälen Sie den Bewuchs auf der vorgesehenen Fläche z.B. den Rasensoden vollständig mit dem Spaten ab. Als nächstes sollten Sie Pflanzenreste sorgfältig wegharken. Nachdem sich der Boden etwas abgesetzt hat, bereiten Sie mit der Harke ein feinkrümeliges Saatbett vor. In verdichteten, lehmigen oder sehr fetten Boden kann dabei Sand eingearbeitet werden.  

Aussaat: Am besten strecken Sie das Saatgut mit einem Saathelfer, wie leicht feuchtem Sand. Das erleichtert eine gleichmäßige Aussaat. Saatgut und Saathelfer werden dazu in einer Schüssel oder einem Eimer gemischt, in zwei Hälften geteilt und einmal längs und einmal quer gleichmäßig eingesät. Das Saatgut sollte nur angedrückt werden, nicht eingearbeitet, da viele Pflanzen zur Keimung Licht benötigen – einfach die Fläche mit einer Schaufel flachklopfen oder vorsichtig festtreten.  

Wässern: Einsaat bis zur Keimung (ca. 6 Wochen) feucht halten. Dabei vorsichtig wässern, damit das Saatgut nicht weggeschwemmt wird.  

Anwuchsphase und Pflege: In der Anwuchsphase ist Geduld gefragt, denn die Samen von Wildpflanzen gehen oft zeitverzögert auf und blühen häufig erst ab dem zweiten Jahr. Für die Übergangszeit können einjährige Kräuter wie Mohn- oder Kornblumen zur Saatmischung hinzugefügt werden, damit es auch im ersten Jahr schön bunt blüht. Wiesen werden in der Regel zweimal im Jahr gemäht: Die erste Mahd erfolgt bis Ende Juni, die 2. Mahd Ende September. Ein Blumenrasen kann bei Bedarf drei oder viermal im Jahr gemäht werden. Lassen Sie das Mähgut zunächst liegen, damit es trocknen kann und wenden es, damit sich das Saatgut verteilen kann – so erhalten Sie die Artenvielfalt dauerhaft. Gemäht werden sollte am besten mit einer (Motor-)Sense oder mit einem Balkenmäher. Im Jahr der Einsaat kann eine hohe Mahd oder ein Schnitt nach ein paar Wochen hilfreich sein, um die langsam wachsenden Wildblumensämlinge gegenüber schnellwüchsigen Kräutern zu fördern.

Beispiele für heimische Wildblumen und ihre Farben

Margerite, weiß

Hundskamille, gelb

Glockenblume, blau

Wiesensalbei, blau

Schafgarbe, weiß